Der Weg in die Cloud: Mit AWS MAP und OLA zur erfolgreichen Migration

Der Weg in die Cloud: Mit AWS MAP und OLA zur erfolgreichen Migration

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Vorwort

Der Begriff Cloud ist heute aus der IT-Welt kaum noch wegzudenken. Was vor einigen Jahren noch als Zukunftstechnologie galt, ist inzwischen fester Bestandteil moderner Unternehmensstrategien. Allein im Jahr 2025 nutzten rund 52 % aller Unternehmen in der EU Cloud-Services. Ein deutlicher Anstieg von über 7 % im Vergleich zu 2023. Diese Entwicklung zeigt: Die Cloud ist längst im Alltag angekommen.

Viele Unternehmen verfolgen mittlerweile eine sogenannte Cloud-First-Strategie. Und das aus gutem Grund. Die Cloud bietet nicht nur eine hohe Flexibilität und nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit bei der Ressourcenbereitstellung, sondern ermöglicht auch eine deutlich effizientere Kostenstruktur. Statt hohe Investitionen in eigene Hardware zu tätigen, können Unternehmen IT-Leistungen bedarfsgerecht beziehen.

Trotz dieser Vorteile stehen viele Organisationen noch am Anfang ihrer Cloud-Reise. Die Entscheidung zur Migration ist oft mit vielen Unsicherheiten verbunden: Welche Systeme und Anwendungen eignen sich für die Migration? Welche Risiken gibt es? Und wie lässt sich der Umstieg möglichst reibungslos gestalten?

Dieses Whitepaper soll genau hier ansetzen. Es gibt einen Überblick über die wichtigsten Treiber der Cloud-Adoption und zeigt auf, welche Vorteile sich daraus ergeben. Gleichzeitig beleuchten wir typische Herausforderungen und Fallstricke, die bei Cloud-Migrationen immer wieder auftreten. Abschließend werfen wir einen Blick auf konkrete Services und Programme im AWS-Umfeld, die Unternehmen dabei unterstützen können, den Weg in die Cloud strukturiert und erfolgreich zu gestalten.

Digitalisierung als Treiber

Die fortschreitende Digitalisierung der deutschen Wirtschaft ist einer der zentralen Gründe, warum sich immer mehr Unternehmen mit Cloud-Migrationen beschäftigen. Geschäftsmodelle werden digitaler, Prozesse automatisierter und Kundenanforderungen anspruchsvoller. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerbsdruck.

Um hier mithalten zu können, müssen Unternehmen ihre IT-Landschaften modernisieren und deutlich agiler gestalten. Klassische, starre Infrastrukturen stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Die Cloud bietet hier die notwendigen Technologien, um flexibel, skalierbar und innovationsfähig zu bleiben.

Skalierbarkeit und Flexibilität

Mit der Digitalisierung wachsen auch die Anforderungen an IT-Systeme. Neue Anwendungen, steigende Nutzerzahlen oder kurzfristige Lastspitzen sind heute eher die Regel als die Ausnahme.

Die Cloud bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Ressourcen wie Rechenleistung oder Speicher können jederzeit flexibel angepasst werden. Unternehmen müssen keine Hardware mehr „auf Vorrat“ kaufen und Kapazitäten vorplanen, sondern können ihre Infrastruktur abhängig vom Bedarf dynamisch erweitern oder reduzieren. Gerade globale Krisen haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Lieferengpässe ein erhebliches Risiko für Unternehmen darstellen, die auf klassische On-Premise-Strategien setzen. Eine Cloud-basierte Fallback-Strategie gewinnt hier zunehmend an Bedeutung.

Das sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern auch für eine bessere Kostenkontrolle. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen die notwendige Beweglichkeit, um schnell auf Marktveränderungen zu reagieren.

Steigerung der Resilienz

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ausfallsicherheit von IT-Systemen. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt können Systemausfälle schnell teuer werden – sei es durch Produktionsstillstände, Umsatzeinbußen oder Imageverluste.

Cloud-Infrastrukturen sind darauf ausgelegt, genau solche Risiken zu minimieren. Durch verteilte Rechenzentren, automatische Backups und integrierte Disaster-Recovery-Mechanismen lassen sich Systeme deutlich robuster betreiben. All diese Mechanismen sind bereits in die Cloud-Dienste integriert und stehen ohne großen Administrationsaufwand zur Verfügung.

Im Ernstfall bedeutet das: Anwendungen bleiben verfügbar oder können sehr schnell wiederhergestellt werden. Unternehmen erhöhen so ihre betriebliche Stabilität und sind besser gegen Störungen oder Angriffe gewappnet.

Erhöhtes Innovationstempo

Die Geschwindigkeit, mit der neue Produkte und Services entwickelt werden müssen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Wer zu langsam ist, verliert schnell den Anschluss.

Cloud-Plattformen bieten hier ideale Voraussetzungen, um Innovationen schneller voranzutreiben. Entwickler können auf eine Vielzahl von Tools und Services zugreifen, ohne diese selbst aufwendig bereitstellen zu müssen. Neue Anwendungen lassen sich schneller entwickeln, testen und ausrollen.

Durch die verkürzt Time-to-Market können Unternehmen dadurch schneller auf Trends reagieren und neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Gerade im Zeitalter von KI und GenAI ist dies ein echter Wettbewerbsvorteil.

Datengetriebene Geschäftsmodelle

Daten sind heute einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Ob Kundenverhalten, Produktionsdaten oder Logistikprozesse, überall entstehen große Datenmengen, die wertvolle Erkenntnisse liefern können.

Die Cloud bietet die technische Grundlage, um diese Daten effizient zu speichern, zu verarbeiten und auszuwerten. Moderne Analyseplattformen sowie KI- und Machine-Learning-Services ermöglichen es, aus Daten konkrete Mehrwerte zu generieren.

Unternehmen können dadurch fundiertere Entscheidungen treffen, Prozesse optimieren und sogar komplett neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Digitale Souveränität

Ein zunehmend wichtiger Treiber im Kontext der Digitalisierung ist das Thema digitale Souveränität. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, die Kontrolle über ihre Daten, Systeme und Abhängigkeiten zu behalten, insbesondere in einem globalen und stark regulierten Umfeld.

Gerade in Europa spielen Aspekte wie Datenschutz, Datenresidenz und regulatorische Anforderungen eine zentrale Rolle. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sensible Daten nicht nur geschützt sind, sondern auch nachvollziehbar verarbeitet und gespeichert werden.

Cloud-Anbieter bieten hierfür mittlerweile umfangreiche Möglichkeiten, etwa durch regionale Rechenzentren, Verschlüsselungstechnologien und klare Governance-Modelle. Ein Beispiel ist Amazon Web Services, das mit Initiativen wie der European Sovereign Cloud europäischen Unternehmen zusätzliche Kontrolle über Daten und regulatorische Anforderungen ermöglicht.

Für viele Unternehmen ist die Cloud daher kein Widerspruch zur Souveränität, sondern ein weiterer Baustein, um diese gezielt zu stärken und unabhängiger sowie kontrollierter zu agieren.

Künstliche Intelligenz (KI)

Ein weiterer wesentlicher Treiber der Digitalisierung ist der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Ob automatisierte Prozesse, intelligente Auswertungen oder personalisierte Services, der Einsatz von KI eröffnet Unternehmen viele neue Möglichkeiten.

Allerdings sind KI-Anwendungen in der Regel sehr ressourcenintensiv und erfordern große Datenmengen sowie leistungsfähige Infrastruktur. Genau hier kann die Cloud helfen.

Cloud-Plattformen bieten skalierbare Rechenleistung, spezialisierte KI-Services und fertige Tools, die es Unternehmen ermöglichen, KI schneller und effizienter einzusetzen, ohne eigene komplexe Infrastruktur oder spezielles Know-How aufbauen zu müssen.

Dadurch wird KI nicht nur für große Konzerne zugänglich, sondern auch für mittelständische Unternehmen. Die Cloud fungiert hier als Unterstützer, der Innovation beschleunigt und neue datengetriebene Geschäftsmodelle überhaupt erst möglich macht.

Remote-Work und digitale Zusammenarbeit

Nicht zuletzt hat sich auch die Art zu arbeiten grundlegend verändert. Remote Work und verteilte Teams sind längst Alltag geworden.

Cloud-basierte Anwendungen ermöglichen es Mitarbeitenden, von überall auf Systeme und Daten zuzugreifen. Gleichzeitig erleichtern Tools für Zusammenarbeit, Videokonferenzen und gemeinsame Dokumentenbearbeitung den Austausch.

Das führt nicht nur zu mehr Flexibilität, sondern oft auch zu einer höheren Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Fallstricke bei der Migration

Trotz der vielen Vorteile der Cloud zeigt die Praxis, dass sich im Laufe der Migration öfter kleine Fallstricke auftun, welche die Migrationen stören und verzögern können. Um eine erfolgreiche Migration sicherzustellen, ist es daher entscheidend, sich dieser Herausforderungen frühzeitig bewusst zu sein. Wer typische Fehler kennt und aktiv gegensteuert, kann Risiken gezielt minimieren und den Migrationsprozess deutlich reibungsloser gestalten.

Unzureichendes Assessment

Ein klassischer Fehler mit oft weitreichenden Folgen ist ein unzureichendes Assessment zu Beginn der Migration. Dabei wird häufig unterschätzt, wie wichtig eine ganzheitliche Analyse der bestehenden IT- und Prozesslandschaft ist. Ein gutes Assessment beschränkt sich nämlich nicht nur auf die technische Ebene, also Server, Anwendungen oder Datenbanken, sondern bezieht auch die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse mit ein.

Denn: Wenn sich ein Unternehmen für den Schritt in die Cloud entscheidet, verändert sich nicht nur die Infrastruktur. Auch interne Abläufe, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen müssen angepasst werden. Wird dieser Aspekt nicht ausreichend berücksichtigt, entsteht schnell ein Ungleichgewicht zwischen Technologie und Organisation.

Fehlt ein sauberes Assessment, gibt es oft keine vollständige Transparenz über Systeme, Abhängigkeiten und Prozesse. Kritische Zusammenhänge werden übersehen und Probleme treten erst während der eigentlichen Migration zutage. Also genau dann, wenn sie den größten Schaden anrichten können. Die nachträgliche Behebung solcher Probleme führt nicht selten zu ungeplanten Ausfällen, Verzögerungen im Projektverlauf und zusätzlichen Kosten.

Ein gründliches Assessment am Anfang mag zeitaufwendig erscheinen, zahlt sich aber fast immer aus. Es schafft Klarheit, reduziert Risiken und bildet die Grundlage für eine strukturierte und erfolgreiche Migration.

Fehlende Sicherheitsarchitektur

Ein weiterer häufiger Stolperstein ist das Thema Sicherheit. In vielen Projekten wird Security erst dann wirklich ernst genommen, wenn die ersten Systeme bereits in der Cloud laufen. Zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch oft deutlich aufwendiger, grundlegende Sicherheitskonzepte nachträglich zu implementieren.

Die Cloud bringt eigene Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur mit sich. Themen wie Identitäts- und Zugriffsmanagement, Verschlüsselung von Daten, Netzwerksegmentierung oder Monitoring müssen von Anfang an durchdacht und sauber umgesetzt werden. Anders als in klassischen On-Premises-Umgebungen verschieben sich Verantwortlichkeiten, insbesondere im Rahmen des Shared-Responsibility-Modells.

Wer hier keine klare Strategie verfolgt, riskiert Sicherheitslücken, die im schlimmsten Fall zu Datenverlust oder erfolgreichen Cyberangriffen führen können. Deshalb gilt: Sicherheit darf kein nachgelagerter Schritt sein, sondern muss integraler Bestandteil der gesamten Migrationsstrategie sein. Ganz im Sinne von Security by Design.

Reines Lift & Shift Denken ohne Optimierung

Der Ansatz, bestehende Anwendungen einfach „eins zu eins“ in die Cloud zu verschieben, das sogenannte Lift & Shift, ist in vielen Projekten der erste Gedanke. Verständlich, denn dieser Weg erscheint schnell, unkompliziert und risikoarm.

Allerdings werden dabei die eigentlichen Stärken der Cloud oft nicht genutzt. Anwendungen, die ursprünglich für klassische Infrastrukturen entwickelt wurden, bleiben auch in der Cloud häufig ineffizient. Sie verbrauchen mehr Ressourcen als nötig, sind schwer skalierbar und verursachen unnötig hohe Kosten.

Langfristig wird daher deutlich, dass Lift & Shift allein selten ausreicht. Um das volle Potenzial der Cloud auszuschöpfen, sollten Anwendungen schrittweise modernisiert und an cloud-native Architekturen angepasst werden. Dazu gehören beispielsweise Microservices, Containerisierung oder serverlose Ansätze.

Der initial einfache Weg kann also später zu einem teureren Umweg werden, wenn Optimierungen nachträglich erfolgen müssen.

Mangelnde Dokumentation

Dokumentation ist eines dieser Themen, das im Projektalltag gerne nach hinten geschoben wird. Gerade bei Cloud-Migrationen kann das jedoch schnell zum Problem werden.

Wenn nicht klar dokumentiert ist, wie Systeme aufgebaut sind, welche Schnittstellen existieren oder wie einzelne Komponenten miteinander interagieren, wird die Migration unnötig kompliziert. Entscheidungen müssen auf Basis von Annahmen getroffen werden, was das Risiko von Fehlern deutlich erhöht.

Auch nach der Migration spielt Dokumentation eine zentrale Rolle. Ohne sie wird der Betrieb, die Wartung oder die Weiterentwicklung der Systeme deutlich schwieriger. Wissen bleibt in einzelnen Köpfen statt im Unternehmen.

Eine gute, aktuelle und strukturierte Dokumentation sorgt für Transparenz, erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert langfristig Abhängigkeiten von einzelnen Personen. Sie ist damit eine zentrale Grundlage für nachhaltigen Erfolg, nicht nur während der Migration, sondern auch darüber hinaus.

Den Menschen vergessen

Bei aller Fokussierung auf Technologien und Systeme wird ein entscheidender Faktor häufig unterschätzt: der Mensch. Eine Cloud-Migration ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern immer auch ein Veränderungsprozess innerhalb des Unternehmens.

Neue Tools, neue Abläufe und oft auch neue Rollen bringen Unsicherheit mit sich. Wenn Mitarbeitende nicht ausreichend informiert, eingebunden oder geschult werden, kann das zu Widerständen führen oder dazu, dass neue Systeme nicht effizient genutzt werden.

Erfolgreiche Cloud-Projekte berücksichtigen daher von Anfang an auch das Thema Change Management. Sie schaffen Transparenz, erklären die Ziele der Migration und holen die Mitarbeitenden aktiv mit ins Boot. Schulungen, Workshops und klare Kommunikation sind dabei entscheidend.

Denn am Ende entscheidet nicht allein die Technologie über den Erfolg einer Cloud-Migration, sondern die Menschen, die täglich mit ihr arbeiten.

Migration einfacher gestalten

Der Weg in die Cloud muss kein unübersichtliches oder riskantes Unterfangen sein. Mit der richtigen Herangehensweise, klaren Strukturen und einem schrittweisen Vorgehen lässt sich eine Migration deutlich besser steuern und kontrollieren. Bewährte Frameworks wie das AWS Migration Acceleration Program (MAP) bieten hierfür eine strukturierte Orientierung und helfen Unternehmen dabei, ihre Cloud-Reise systematisch und zielgerichtet umzusetzen.

Dennoch stellt sich zu Beginn immer die gleiche zentrale Frage: Wie gelingt eine erfolgreiche und nachhaltige Migration in die Cloud?

Die Antwort liegt in einem klar strukturierten Vorgehen, das sowohl technische als auch organisatorische Aspekte berücksichtigt.

Ziele definieren

Am Anfang jeder Cloud-Migration steht die Definition klarer Ziele. Dieser Schritt wird häufig unterschätzt, ist aber entscheidend für den gesamten weiteren Verlauf. Ohne ein gemeinsames Verständnis davon, was erreicht werden soll, fehlt die Grundlage für Priorisierung, Planung und spätere Erfolgsmessung.

Dabei sollten Ziele aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden:

Business-Ziele

Welche konkreten Mehrwerte sollen erzielt werden? Dazu zählen beispielsweise Kosteneinsparungen, höhere Agilität, schnellere Markteinführung oder die Erschließung neuer Geschäftsmodelle.

Technische Ziele

Welche Verbesserungen werden in der IT angestrebt? Etwa eine höhere Verfügbarkeit, bessere Skalierbarkeit oder die Ablösung veralteter Systeme.

Compliance-Ziele

Welche regulatorischen Anforderungen müssen erfüllt werden? Gerade im europäischen Kontext spielen Datenschutz und gesetzliche Vorgaben eine zentrale Rolle.

Gut definierte Ziele sorgen für Orientierung, helfen bei der Entscheidungsfindung und bilden später die Basis für den Business Case.

Status quo ermitteln (Assessment)

Bevor konkrete Migrationsschritte geplant werden können, muss zunächst der aktuelle Zustand der IT- und Prozesslandschaft vollständig verstanden werden. Genau hier setzt das Assessment an.

Das Assessment ist einer der wichtigsten Schritte im gesamten Migrationsprozess und gleichzeitig einer der häufigsten Schwachpunkte. Es geht dabei nicht nur um eine technische Bestandsaufnahme, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens.

Typische Kernthemen eines Assessments sind:

  • Security & Compliance: Wie ist die aktuelle Sicherheitsarchitektur aufgebaut? Welche regulatorischen Anforderungen bestehen bereits?

  • Application Readiness: Welche Anwendungen sind für die Cloud geeignet, welche müssen angepasst oder modernisiert werden?

  • Kostenstruktur: Welche aktuellen Kosten entstehen und wie lassen sich diese in der Cloud optimieren?

  • Netzwerkdesign: Wie ist die bestehende Infrastruktur aufgebaut und wie kann sie sinnvoll in die Cloud überführt werden?

  • Team Skills & Gaps: Verfügt das Team über die notwendigen Cloud-Kenntnisse oder besteht Schulungsbedarf?

  • Zeitplan: Welche Rahmenbedingungen und Abhängigkeiten beeinflussen die zeitliche Planung?

Ein sauberes Assessment schafft Transparenz über Systeme, Abhängigkeiten und Prozesse. Es reduziert Unsicherheiten und bildet die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Ohne diesen Schritt besteht ein hohes Risiko, dass Probleme erst während der Migration sichtbar werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf Zeit, Kosten und Qualität.

Business Case erstellen

Auf Basis der definierten Ziele und der Erkenntnisse aus dem Assessment wird ein fundierter Business Case entwickelt. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Migration auch aus wirtschaftlicher Sicht zu bewerten und intern zu legitimieren.

Im Fokus steht dabei häufig der Return on Investment (ROI): Welche Einsparungen lassen sich erzielen? Welche zusätzlichen Potenziale ergeben sich durch die Cloud?

Neben direkten Kosteneffekten sollten auch indirekte Vorteile berücksichtigt werden, wie:

  • höhere Flexibilität

  • schnellere Innovationszyklen

  • reduzierte Betriebsrisiken

Ein transparenter Business Case schafft Vertrauen bei Entscheidern und dient als wichtige Grundlage für die weitere Umsetzung.

Migrationsvorbereitung

Mit klar definierten Zielen, einem fundierten Assessment und einem belastbaren Business Case beginnt die Phase der Migrationsvorbereitung. In dieser Phase geht es weniger um eine starre Abfolge von Schritten, sondern vielmehr um eine Reihe von Maßnahmen, die gemeinsam die Grundlage für eine erfolgreiche Migration bilden. Viele dieser Themen laufen parallel oder werden iterativ weiterentwickelt.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Durchführung eines Proof of Concept (PoC). Erste Anwendungen oder Workloads werden testweise in die Cloud überführt, um Annahmen zu überprüfen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Gerade im Hinblick auf Compliance und regulatorische Anforderungen bietet der PoC die Möglichkeit, frühzeitig sicherzustellen, dass alle Vorgaben eingehalten werden können.

Parallel dazu wird eine Cloud Landing Zone aufgebaut. Diese stellt die grundlegende Zielumgebung dar und definiert zentrale Aspekte wie Netzwerkarchitektur, Sicherheitsrichtlinien, Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie Governance-Strukturen. Sie sorgt dafür, dass alle weiteren Migrationen auf einer konsistenten und sicheren Basis erfolgen.

Ein weiterer zentraler Punkt ist das Schließen bestehender Skill Gaps. Die Einführung von Cloud-Technologien erfordert oft neue Kompetenzen, sowohl im Betrieb als auch in der Entwicklung. Durch gezielte Schulungen, Enablement-Maßnahmen oder externe Unterstützung wird sichergestellt, dass die Teams auf die neuen Anforderungen vorbereitet sind.

Gleichzeitig werden das Betriebs- und Prozessmodell weiterentwickelt. Die Cloud verändert nicht nur die Technologie, sondern auch die Art und Weise, wie gearbeitet wird. Themen wie DevOps, Automatisierung oder Self-Service müssen organisatorisch verankert und in bestehende Abläufe integriert werden.

Ergänzend dazu erfolgt ein vertiefendes Assessment und Discovery. Während das initiale Assessment einen Überblick liefert, geht es hier stärker ins Detail: Anwendungen werden genauer analysiert, Abhängigkeiten konkretisiert und geeignete Migrationsstrategien definiert.

Nicht zuletzt spielt das Change Management eine entscheidende Rolle. Eine Cloud-Migration bringt Veränderungen für viele Mitarbeitende mit sich. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Transparenz zu schaffen, Kommunikation zu fördern und die Teams aktiv einzubinden. Nur so kann Akzeptanz entstehen und die Transformation nachhaltig gelingen.

Migration und Optimierung

Nach der Vorbereitung folgt die eigentliche Migration. Doch sie markiert nicht das Ende, sondern vielmehr den Beginn eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

In der Praxis erfolgt eine Migration in der Regel nicht als einzelner großer Schritt, sondern schrittweise in sogenannten Wellen. Diese Wellen umfassen dabei nicht nur technische Komponenten wie Anwendungen oder Infrastruktur, sondern berücksichtigen auch geschäftliche Prozesse und organisatorische Veränderungen.

Das bedeutet: Mit jeder Migrationswelle werden nicht nur Systeme in die Cloud überführt, sondern auch dazugehörige Abläufe, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen angepasst und weiterentwickelt. So entsteht ein iterativer Prozess, bei dem Unternehmen mit jeder Welle dazulernen und ihre Cloud-Nutzung gezielt verbessern können.

Diese Herangehensweise reduziert Risiken, schafft frühzeitig Mehrwert und ermöglicht es, Erfahrungen aus vorherigen Wellen direkt in die nächsten Schritte einfließen zu lassen.

Nach der erfolgreichen Überführung von Systemen in die Cloud beginnt die eigentliche Arbeit der Optimierung. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Cloud nicht nur zu nutzen, sondern aktiv auszuschöpfen:

  • Anpassung von Architekturen: Anwendungen werden schrittweise modernisiert und besser an cloud-native Konzepte angepasst.

  • Optimierung von Kosten: Ressourcen werden effizienter genutzt, unnötige Ausgaben identifiziert und reduziert.

  • Nutzung zusätzlicher Cloud-Services: Neue Services, etwa im Bereich Datenanalyse, Automatisierung oder KI, werden integriert.

  • Kontinuierliche Verbesserung von Sicherheit und Performance: Systeme werden laufend überwacht, angepasst und weiterentwickelt.

Viele Unternehmen stellen erst in dieser Phase fest, welches tatsächliche Potenzial in der Cloud steckt. Die Migration ist damit nicht der Abschluss eines Projekts, sondern der Einstieg in eine langfristige Transformation, die sowohl technische als auch geschäftliche Weiterentwicklung umfasst.

Programme und Unterstützung: MAP und OLA

Der Weg in die Cloud ist für viele Unternehmen nicht nur eine technische Herausforderung, sondern vor allem auch eine strategische und wirtschaftliche Entscheidung. Neben Fragen zur Architektur oder Migration stehen häufig Themen wie Investitionssicherheit, Kostenkontrolle und Risikominimierung im Vordergrund.

Um genau hier anzusetzen, stellt AWS mit Programmen wie dem AWS Optimization and Licensing Assessment (OLA) und dem AWS Migration Acceleration Program (MAP) gezielte Unterstützung bereit. Beide Programme greifen ineinander und begleiten Unternehmen von der ersten Analyse bis hin zur erfolgreichen Migration und darüber hinaus.

In der praktischen Umsetzung werden diese Programme häufig durch erfahrene Partner begleitet, die Unternehmen bei der strukturierten Anwendung der Methodiken sowie bei der Einordnung der Ergebnisse unterstützen.

AWS OLA (Optimization and Licensing Assessment)

Das AWS Optimization and Licensing Assessment (OLA) bildet häufig die Grundlage für eine fundierte Entscheidungsfindung. Es liefert die notwendigen Daten und Analysen, um eine Migration nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich bewerten zu können. Aufgrund des geringen Aufwands bietet das OLA einen effizienten und risikoarmen Einstieg, sich ohne größere Verpflichtungen und komplett kostenfrei mit dem Thema Cloud auseinanderzusetzen.

Funding

Im Rahmen von OLA gibt es häufig Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung, insbesondere für Analyse- und Beratungsleistungen. Dadurch können Unternehmen ohne großes finanzielles Risiko einen tiefen Einblick in ihre aktuelle IT-Landschaft gewinnen.

Das senkt die Einstiegshürde erheblich und ermöglicht es, fundierte Entscheidungen auf Basis realer Daten zu treffen.

Analyse

Der Kern von OLA ist eine detaillierte Analyse der bestehenden Infrastruktur. Dabei werden unter anderem folgende Aspekte betrachtet:

  • tatsächliche Nutzung und Auslastung von Systemen

  • bestehende Lizenzmodelle (z. B. Microsoft, SQL, Windows Server)

  • Betriebskosten und Ressourcenverbrauch

  • mögliche Optimierungspotenziale

Oft zeigt sich dabei, dass Systeme überdimensioniert sind oder Ressourcen nicht effizient genutzt werden. Diese Transparenz ist entscheidend, um realistische Migrationsstrategien zu entwickeln.

Business Case

Auf Basis der Analyse wird ein belastbarer Business Case erstellt. Dieser geht deutlich über einfache Kostenschätzungen hinaus und zeigt konkret auf:

  • welche Einsparpotenziale bestehen

  • wie sich Lizenzmodelle in der Cloud verändern

  • welche Betriebsmodelle effizienter sind

  • wie sich Investitions- und Betriebskosten entwickeln

Damit erhalten Unternehmen eine klare Entscheidungsgrundlage, die sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Ein gut ausgearbeiteter Business Case ist häufig der Schlüssel, um interne Stakeholder zu überzeugen und Migrationsprojekte freizugeben.

AWS MAP (Migration Acceleration Program)

Das AWS Migration Acceleration Program (MAP) ist ein strukturiertes Framework, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Cloud-Migration planbar, effizient und risikoarm umzusetzen. Dabei geht es nicht nur darum, Workloads in die Cloud zu verschieben, sondern eine nachhaltige Transformation der IT-Landschaft zu erreichen.

Funding

Ein zentraler Bestandteil von MAP ist die finanzielle Unterstützung. AWS stellt gezielt Fördermittel bereit, um typische Einstiegshürden zu reduzieren. Diese können beispielsweise eingesetzt werden für:

  • Assessments und Beratungsleistungen

  • Migrations-Tools und Automatisierung

  • externe Partnerunterstützung

  • erste Pilotprojekte oder PoCs

Gerade in frühen Projektphasen hilft dieses Funding dabei, interne Budgets zu entlasten und Projekte schneller ins Rollen zu bringen. Unternehmen können so erste Erfolge erzielen, ohne sofort große Investitionen tätigen zu müssen.

Phasenmodell

MAP basiert auf einem klar strukturierten Phasenmodell, das Unternehmen durch den gesamten Migrationsprozess führt. Typischerweise umfasst dieses Modell drei zentrale Phasen:

  • Assess: In dieser Phase wird die Ausgangssituation analysiert. Es geht darum, den Status quo zu verstehen, Workloads zu bewerten und eine erste Cloud-Strategie zu entwickeln. Themen wie die Erstellung des Business Case und die Analyse der organisatorische Migrationsbereitschaft stehen hier im Fokus.

  • Mobilize: Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Assess-Phase werden konkrete Vorbereitungen getroffen. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung der Landing Zone, die Definition von Governance-Strukturen, die Schulung von Teams sowie die Durchführung erster Pilotmigrationen.

  • Migrate & Modernize: In dieser Phase erfolgt die eigentliche Migration in Wellen. Gleichzeitig werden Anwendungen modernisiert und an cloud-native Ansätze angepasst, um langfristig von den Vorteilen der Cloud zu profitieren.

Dieses Phasenmodell sorgt für Struktur, reduziert Komplexität und ermöglicht ein kontrolliertes Vorgehen.

Outcome

MAP ist stark ergebnisorientiert. Ziel ist es nicht nur, Systeme „in die Cloud zu bringen“, sondern konkrete Mehrwerte zu schaffen.

Typische Outcomes sind:

  • eine skalierbare und moderne IT-Architektur

  • optimierte Betriebs- und Prozessmodelle

  • reduzierte IT-Kosten bei gleichzeitig höherer Flexibilität

  • verbesserte Innovationsfähigkeit

Darüber hinaus hilft MAP dabei, intern Know-how aufzubauen und eine langfristige Cloud-Strategie zu etablieren. Es geht also nicht um ein einmaliges Projekt, sondern um eine nachhaltige Transformation.

Typische Szenarien im Rahmen von MAP sind klassische Migrationen wie Rehosting, Replatforming oder die Modernisierung bestehender Anwendungen. Gleichzeitig umfasst MAP inzwischen auch weniger klassische Ansätze, etwa die Einführung von KI- und AI-Lösungen wie GPT-Modelle, die in diesem Jahr explizit in das Programm aufgenommen wurden. Es muss sich also nicht zwangsläufig um eine reine Infrastrukturmigration handeln, sondern kann auch innovative Cloud-Projekte einschließen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei jedem geplanten Cloud-Vorhaben frühzeitig eine Abstimmung vorzunehmen, um gemeinsam zu prüfen, ob und in welcher Höhe Funding-Mittel zur Verfügung stehen und wie sich diese optimal in die Projektplanung integrieren lassen.

Zusammenspiel von MAP und OLA

In der Praxis ergänzen sich MAP und OLA ideal:

  • OLA liefert die erste Datenbasis und Transparenz, um fundierte Entscheidungen zu treffen, und ist in der Regel vollständig kostenlos für den Endkunden.

  • MAP setzt darauf auf und unterstützt die konkrete Umsetzung der Migration. Durch umfangreiche Funding-Programme mit teils hohen sechsstelligen Summen können die finanziellen Aufwände deutlich reduziert werden. Die Mittel werden als Cash an die Migrationspartner bereitgestellt und können frühzeitig in der Projektplanung berücksichtigt werden, wodurch sich der Cloud-Business-Case zusätzlich verbessert.

Gemeinsam ermöglichen sie einen strukturierten, risikoarmen und wirtschaftlich sinnvollen Einstieg in die Cloud.

Fazit

Die Migration in die Cloud ist weit mehr als ein reines IT-Projekt. Sie ist ein strategischer Schritt, der Technologie, Prozesse und Menschen gleichermaßen betrifft. Wer die richtigen Grundlagen schafft, typische Fallstricke vermeidet und strukturiert vorgeht, kann die Cloud nicht nur erfolgreich einführen, sondern ihr volles Potenzial langfristig ausschöpfen.

Programme wie MAP und OLA bieten dabei eine wertvolle Orientierung und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Migration fundiert, wirtschaftlich sinnvoll und risikoarm umzusetzen.

Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass Erfahrung und ein klarer methodischer Ansatz entscheidend für den Erfolg sind. So wird die Cloud nicht nur zum Ziel, sondern zur Grundlage für nachhaltige digitale Transformation.

— Hendrik


Title Photo by Mathias Dargnat on Unsplash

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